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Lüftungsanlagen

Kontrollierte Wohnungslüftung

Besonders Niedrigenergiehäuser werden mit einer dichten Gebäudehülle versehen, um vor allem Wärmeverluste zu vermeiden. Eine ausreichende Versorgung mit Außenluft über die Fugen und Undichtheiten wie wir sie vom Altbau kennen, ist damit nicht gegeben.
 
Argumente für eine dichte Gebäudehülle:
 
•   Vermeidung von Zugerscheinungen
•   Vorbeugen von Bauschäden
•   Energieeinsparung durch niedrigere Lüftungswärmeverluste
•   Verbesserung des Schallschutzes
 
Mit den verstärkten Abdichtungen der Türen, Fenster und Fugen der Gebäude ist der geforderte Luftwechsel vielfach nur durch regelmäßiges Lüften erreichbar. Eine stete Abfuhr von Luftverunreinigungen wie Ausdünstigungen von Baustoffen und Einrichtungsgegenständen, aber auch von Menschen freigesetztes Kohlendioxid, Wasserdampf u.a. ist aus hygienischer Sicht notwendig.

  Infografik: Wirkung auf den Menschen


Argumente für die kontrollierte Wohnungslüftung

Verbesserte Raumluftqualität:
Während man Kochdunst und Tabakrauch leicht wahrnimmt, den Geruch einiger Baumaterialien und Möbel als unangenehm empfindet, nimmt man Schadstoffe im Innenraum wie Formaldehyde, Löse- und Holzschutzmittel oder Pilzsporen, Bakterien und Milben nicht unbedingt wahr. Diffuse Kopf- und Gelenkschmerzen, geschwollene oder trockene Augen und ständige Antriebsschwäche sind nicht selten auf schlechte Raumluft zurückzuführen.
Die Belastung lässt sich reduzieren, indem man die als belastend bekannten Stoffe meidet und ein geeignetes Lüftungssystem nutzt, das für den notwendigen Austausch sorgt. Durch die entsprechende Planung der Lüftungsanlagen mit der Zuweisung von Zu- und Abluftbereichen wird Geruchsbelastung dort bekämpft, wo sie entsteht – in der Küche zum Beispiel.
 
Erhöhung des Lebenskomfort:
Gerade Allergiker und Heuschnupfen-Geplagte schätzen die Reduzierung der Pollen durch die Filterung der Außenluft mit einem geeigneten Lüftungssystem. Der Pollenflug lässt sich zwar nicht ganz verhindern, aber je nach Filter wird er immerhin bis zu 95% reduziert.
Eine Lüftungsanlage trägt auch zur Eindämmung der Vermehrung von Hausstaubmilben bei. Immerhin gehören Milben zu den häufigsten Allergieauslösern im Innenraum.

  Infografik: Eindämmung der Vermehrung von Hausstaubmilben


Erhalt der Bausubstanz:
Feuchteschäden an Bauwerken sind oft nicht nur auf Baumängel, sondern häufig auf mangelnde Lüftung zurückzuführen. Gerade eine Luftfeuchtigkeit ab 65% ist der richtige Nährboden für Schimmelpilz, der die Bausubstanz ernsthaft gefährdet. In einem 4-Personen-Haushalt können pro Tag leicht 10 bis 15kg Wasserdampf entstehen, der sich in der Raumluft anreichert und bei fehlendem Abtransport an kühlen Außenflächen kondensiert.
Permanente Frischluftzufuhr und kontinuierlicher Luftaustausch regulieren den Feuchtegehalt der Luft und verhindern Schimmelbefall.

Reduzierung des Energieverbrauchs:
Während verbesserte Wärmedämmung bei den Wänden, Fenstern und Türen den Energieverbrauch reduziert, werden bei der klassischen Fensterlüftung bis zu 50% der Heizenergie (bei modernen Gebäuden) zum Fenster hinausgelüftet. Nur in Kombination mit geeigneten Lüftungskonzepten können effektive Einsparungen erreicht werden. Den wirksamsten Energiespareffekt erreicht man mit Geräten und Systemen, die mit Wärmerückgewinnung arbeiten.

  Infografik: Lüftungswärmebedarf/ Transmissionswärmebedarf

Neubauten sollten aus Gründen des Komforts, der Hygiene und der Erhaltung der Bausubstanz mit einer Lüftungsanlage ausgestattet werden. Ein Anlagenluftwechsel von 0,4 h-1 ist als Grundlüftung ausreichend. Kleinere Luftwechsel und Luftwechsel bis 1 h-1 sollten nutzergesteuert oder automatisch möglich sein.

Man unterscheidet hier zwischen zentralen und dezentralen Lüftungssystemen. Das THZ 303 .. SOL sowie das TVZ 161/270 und das Lüftungsmodul TVM gehören zu den zentralen Lüftungssystemen. Hier wird den Zuluftbereichen wie z.B. Wohn- und Schlafräumen über ein Rohrsystem frische Luft zugeführt. Aus den Ablufträumen wie Küche und Bad wird die verbrauchte Luft abgesogen und über einen Wärmetauscher geleitet. Mit der Energie aus der Abluft wird die Außenluft vorgewärmt, die dann als Zuluft den Räumen wieder zugeführt wird.

  Beispiel: tecalor TVZ 161 – zentrale Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung
 
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